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Freitag, 23. März 2007 08:18 Alter: 5 yrs
Kategorie: Testbericht

Testbericht: SupraNatura G3000

Von: Thomas Rothenberger
Aus: AKUSTIK GITARRE 5/06

Hochwertige Hölzer und unaufdringliche Optik: Walden G3000

Dass die Preise durch fernöstliche Produktion günstiger ausfallen als bei heimischen Vorbildern versteht sich von selbst. Ob sich die Walden in dem derzeitig üppigen Angebot von chinesischen Gitarren behaupten kann, wird auch der Test zeigen.

KONSTRUKTION
Die G3000 hat einen vollmassiven Palisanderkorpus in der Form Grand-Auditorium. Die ebenfalls massive Fichtendecke ist mit einer Ahorneinfassung von der Zarge abgesetzt. Auf die gleiche Weise treffen Boden und Zargen aufeinander. Die Schalllochrosette besteht aus schwarz-weißen Streifen mit einem eingelegten Ring aus Abalone. Der Hals aus Mahagoni ist mit einem Ebenholzgriffbrett bestückt, das 22 Bünde umfasst. Keinerlei Einlagen trüben hier das tiefschwarze Bild, lediglich an der Griffbrettseite helfen weiße Punkte bei der Orientierung. Beim Hals sind Kopfplatte und Halsfuß angesetzt. Auch der Gurtknopf und die Brücke bestehen aus Ebenholz, ebenso das vier Millimeter dicke Laminat der Kopfplatte. Außer dem Walden-Schriftzug aus Abalone finden sich hier keine weiteren Verzierungen. Die vergoldeten Mechaniken runden mit ihren Tortoise-ähnlichen Kunststoffknöpfen das schlicht-elegante Bild ab.

HANDHABUNG UND KLANG
Dass man sich bei Walden am westlichen Markt orientiert, zeigt sich bereits an der Optik: Es gibt keinerlei Schnickschnack oder übertriebene Gimmicks, die Verarbeitung ist rundum zufrieden stellend. Die Mechaniken verrichten zuverlässig ihren Dienst, sie laufen rund und halten sauber die Stimmung. Auch die Lackierung ist einwandfrei, es gibt keinerlei raue Stellen oder Lacknasen. Der Hals entspricht einem modernen, flachen D mit leichter Tendenz zum V. Der Nitrozellulose-Lack fühlt sich angenehm griffig an, so dass sich ein ausgesprochen komfortables Spielgefühl ergibt. Da die Halsbreite (Sattel 4,5 cm/12. Bund 5,6 cm) nicht so eng ausfällt wie bei manch anderer Gitarren dieser Bauart, lässt sich auch komplexeres Fingerpicking mühelos realisieren. Aber auch beim Strumming schneidet die G3000 gut ab. Mit einer Saitenlage vom 3 mm (hohe e-Saite, XII. Bund) ist man hier auf der sicheren Seite – erst bei heftigen Attacken lässt sich leichtes Schnarren vernehmen. Trotzdem gehen auch Solo-Linien butterweich von der Hand; man hat nie das Gefühl, gegen das Instrument ankämpfen zu müssen.
Klanglich hat diese Gitarre ihre ganz eigene Note: Sie verfügt über reichlich Brillanzen, die aber nie scharf oder aggressiv wirken. Der oft bemühte Begriff der seidigen Höhen trifft in diesem Fall wirklich zu. Dabei ist der Klang gepaart mit einer gewissen räumlichen Tiefe, die Mitten sind deutlich gezügelt. Die Basssaiten tönen knackig-drahtig mit schönem Fundament, so dass es nie dünn klingt. Dazu kommt, dass eine vollmassive Gitarre erst nach einer gewissen Einspielzeit ihr volles Klangspektrum und Potential erreicht - somit dürfte die G3000 nach einiger Zeit intensiver Bearbeitung noch einen guten Schritt nach vorn machen.

FAZIT
Eine Gitarre für fast 900 Euro aus China – macht das Sinn? Bei unserer Testgitarre von Walden schon. Die fernöstliche Herkunft merkt man der G3000 nicht an. Sie ist qualitativ hochwertig gefertigt, klingt hervorragend und überzeugt durch eine schlichte, aber elegante Optik. Kurz gesagt: viel Gitarre fürs Geld. Wer in diesem Preisbereich nach einer vollmassiven Gitarre mit unaufdringlicher Optik sucht, sollte die Walden G3000 antesten.